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  • AutorenbildMichael Müller

Maler & Tapezierarbeiten in Eigenleistung

Der letzte Blogbeitrag zu unserem Neubau mit Massivhaus Mittelrhein ist schon eine Weile her. Das ist jedoch ganz einfach menschlich zu erklären. Nach dem bisher letzten Eintrag haben wir mit unseren Eigenleistungen begonnen, und somit wurde die Zeit für dieses kleine profitfreie Nebenprojekt namens Bloggen in meiner Freizeit knapp. Inzwischen wohnen wir im Haus und haben uns eingerichtet. Jetzt hole ich die letzten Monate nach 😊. Nach dem letzten Blog sind die Wände verputzt, der Fliesenleger wartet darauf, dass die Messung die richtige Trockenheit bestätigt. Genau das ist der Zeitpunkt, an dem wir mit unseren eigenen Arbeiten begonnen haben.


Wir haben die Maler- und Tapezierarbeiten selbst erledigt. Das bedeutet, dass wir die Wände selbst abgeschliffen, mit Vlies tapeziert und schließlich gestrichen haben. Auch das Verspachteln der Decke wäre Eigenleistung gewesen, wenn es nicht bei MHM dazu gekauft wird. Stattdessen haben wir die Firma, die für die Decken zuständig war, direkt und unkompliziert beauftragt, die Spachtelarbeiten im Q3 zu erledigen, da wir ehrlich gesagt keine Lust auf Arbeiten über Kopf hatten.


Klingt das alles nicht nach so viel Aufwand? Nun ja, für Nicht-Handwerker ist es sicherlich keine Kleinigkeit, aber durchaus machbar. Tatsächlich haben wir an fünf Wochenenden gearbeitet und konnten uns so die Urlaubstage sparen. Aufgrund unserer langen Anreise war es auch nicht sinnvoll, unter der Woche etwas zu tun. Insgesamt hat das ziemlich gut funktioniert, da der Fliesenleger erst nach ein paar Wochen beginnen konnte und wir parallel arbeiteten. Der Fliesenleger sperrt einfach die Räume ab, in denen der Fliesenkleber gerade trocknet. Für uns war das das Signal, diesen Raum nicht zu betretten. Es war nur etwas ärgerlich, als die einzige Treppe für einen Tag gesperrt war 😊. Tja, machst‘e nichts, oder? Okay, über das noch stehende Gerüst außen sind wir dann nach oben gekommen. Wo ein Wille ist, gibt es auch einen Weg... 😊 Es wäre sonst blöd gewesen, wenn man mit Helfern da ist und nicht weiter kommt.



Und das führt mich zum nächsten Punkt. Die Arbeit auf einer Baustelle unterscheidet sich von der Renovierung einer Wohnung. Es handelt sich immer noch um ein im Bau befindliches Haus. Eine funktionierende Toilette? Fehlanzeige. Das Baustellenklo bleibt. Warmes Wasser? Nun ja, irgendwo gibt es einen Wasserkocher. Strom? Ah, ja, der Baustrom liegt draußen, und mit einer Kabeltrommel können wir ihn dorthin verlegen, wo wir ihn gerade benötigen. Licht? Irgendwo müssen doch noch Baustellenlampen sein, oder? Ihr merkt schon, es sind einfach erschwerte Bedingungen. Nichts Unmögliches, aber allein das Waschen nach der Arbeit ist eine Herausforderung.


Dennoch, alles ist machbar. So haben wir Raum für Raum abgeschliffen, anschließend tapeziert und gestrichen. Insgesamt haben wir in dieser Phase etwa 10.000€ für Farbe, Material, Verpflegung, Werkzeuge, Leihgeräte und alles Weitere ausgegeben. Eine professionelle Malerfirma würde sicherlich das Doppelte bis Vierfache verlangen. Hier besteht also erhebliches Einsparpotenzial, denn am Material kann man kaum sparen (natürlich erhält ein Profibetrieb bessere Preise), aber der Großteil der Kosten entfällt auf die Arbeitsstunden und somit die Personalkosten. Ein weiterer Vorteil dieser Eigenleistung ist leicht zu erklären: Es geht nur um die Optik, nicht um die Funktionalität. Wenn man es falsch macht, sieht man es. Sieht halt scheiße aus 😊 Na gut, damit muss man leben. Aber im Gegensatz zu anderen Gewerken beeinträchtigt dies nicht die Funktionsfähigkeit des Hauses. Hier kann man also als Laie bedenkenlos arbeiten.


Wir haben uns ein Wochenende Zeit genommen, um die Wände und Decken abzuschleifen.

Das entsprechende Equipment kann man in jedem Baumarkt ausleihen. Rückblickend hätten wir an einigen Stellen vielleicht genauer arbeiten können. Das gründliche Schleifen bildet die Grundlage für die spätere Tapete. Da unser Q2-Putz trotzdem einige Unebenheiten aufweist, sind diese aufgrund von "nur" Q2 immer noch sichtbar, wenn man direkt darauf streicht oder wie wir glattes Vlies darauf tapeziert. Und ja, wir sind nun einmal keine Profis. Es gibt einige Stellen, an denen man bei uns auch jetzt noch die Unebenheiten sieht. Gründlicheres Schleifen hätte es verhindert. Nun ja, so ist es eben ein Andenken an eine schöne Zeit mit Freunden und Familie. Es stört uns nicht wirklich. Aber wer wirklich absolute Perfektion anstrebt, muss für das Schleifen mehr Zeit investieren und äußerst präzise arbeiten. Jeder kleine ausgelassene Bereich wird später sichtbar. Es war aber auch wichtig, das Schleifen vor den ersten Arbeiten des Fliesenlegers abzuschließen, da es extrem staubt. Eine Brille und eine Schutzmaske (Covid lässt grüßen) sind absolut erforderlich und nicht nur zu empfehlen. Diesen Schmutz will man nicht auf dem frisch verlegten Fußboden haben 😊.



Die darauffolgenden WEs rückten wir mit Freunde und Familie an. Es ist absolut krass und während der Bauphase das schönste Gefühl überhaupt. Wir hatten jeden Tag tatkräftige Unterstützung, meistens waren wir zu fünft oder sechst am Haus. Das ist natürlich sehr individuell, und hier muss jeder für sich entscheiden, wie er seine Eigenleistungen plant – oder ob es überhaupt

welche gibt. Aber das Gefühl, selbst am Haus zu arbeiten und die Unterstützung von unseren liebsten Menschen zu haben, bedeutete mir persönlich sehr viel.

So haben wir alle Räume mit Malervlies beklebt und später gestrichen. In der Regel haben wir zwei Anstriche benötigt, manchmal sogar drei, abhängig von den Farben. Hier würde eine professionelle Firma sicherlich effizienter arbeiten. Übrigens haben wir klassisch mit der Rolle gemalt. Da wir mit vielen Leuten gleichzeitig gearbeitet haben, hätte uns eine einzelne Sprühpistole nichts gebracht, und mehrere wären natürlich kostspielig gewesen. Wenn man alleine arbeitet, wäre das sicherlich eine gute Alternative.

Bei der Decke haben wir uns das Leben leicht gemacht. Hier haben wir den "Easy Putz" von Knauf verwendet. Dieser erfordert eine eigene Grundierung und es gibt auch eigene Auftrags- und Finisher-Bürsten vom Hersteller. Aber das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Die Vorstellung, über mehrere Meter hinweg eine Tapete an der Decke anzubringen, fand ich ehrlich gesagt äußerst unattraktiv. Die "Flüssigtapete" kann man einfach aufstreichen. So haben wir zum Beispiel die Decke im größten Raum (42 qm) innerhalb einer Stunde grundiert und am nächsten Tag in nur einer Stunde zu dritt gestrichen. Fertig! Na gut, am Ende sind wir noch einmal mit weißer Farbe darüber gegangen. Das hätten wir bei Tapete aber auch gemacht. Ich kann dieses Produkt daher jedem empfehlen.

Während wir also Raum für Raum gestrichen haben, wurden auch die letzten Arbeiten von Massivhaus Mittelrhein abgeschlossen. Die Elektroinstallationen wurden beendet, die Innentüren und Zargen montiert, und die Hausanschlüsse wurden freigegeben und ans Haus angeschlossen.


Über diese Themen werde ich im nächsten Artikel ausführlicher berichten 😊.



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