• Michael Müller

2 Wochen um ein Haus zu finden


Puuh, das ist aufregend. Das Grundstück ist gefunden, die nette Maklerin -No offence, aber ich mag eigentlich keine Makler - hat uns eine 2-wöchige Reservierung ermöglicht. In der Zeit können wir nun unsere Finanzierung klären und final zu sagen.


Man muss die 2 Wochen Frist natürlich etwas relativieren. Unterm Strich können wir der Maklerin erzählen was wir wollen, der Grundstückskauf ist in Deutschland erst mit der Unterschrift beim Notar gültig. Bis dahin können beide Seiten, also auch der Verkäufer, noch abspringen. Dennoch wäre das kein guter Stil und auch nicht unsere Art.


Wir haben nun also die Challenge, dass wir innerhalb von 2 Wochen ein konkretes Hausangebot brauchen und dies mit der Bank durchgehen müssen, um eine Zusage der Bank über die volle Summe zu erhalten. Ziel ist es also, in 2 Wochen der Maklerin verbindlich zuzusagen.


Wir brauchen also ein Hausangebot, in weniger als 2 Wochen :D

Unser Wunschhaus

Das klingt jetzt verrückt. Ein Haus kauft man nicht eben so. Aber wir brauchten schon 4 Jahre, um unser Wunschgrundstück zu finden. Das Gute ist, dass wir wissen, was wir wollen. Unser Wunschgebäude nennt sich "Stadtvilla". Ist in der Regel 9m x 10m groß, hat 2 Vollgeschosse, keine Dachschrägen, keinen Keller, bietet ungefähr 160qm Wohnfläche und hat viele bodentiefe Fenster, zur Terrasse hin eine große Schiebetür. Das Haus soll über

eine Wärmepumpe beheizt werden und den benötigten Strom der Heizung über Photovoltaik selbst erzeugen. Zusätzlich möchten wir über den derzeit gültigen energetischen Gesetzen bauen, mindestens Energieeffizienzhaus Standard KFW 55. Schlüsselfertig soll es auch sein, da wir keine Handwerker sind. Wir meinen mit schlüsselfertig inklusive Böden und tapeziert, was aber ein Hersteller unter schlüsselfertig versteht, muss man genau erfragen!


In der Musterhauswelt

Bewaffnet mit unserer konkreten Vorstellung verbringen wir einige Tage in den Musterhauswelten Frechen und Wuppertal. Eine Stadtvilla gehört zum Standardrepertoire eines jeden Hausherstellers.


Anklopfen, reingehen und nach einem Angebot fragen

Trotz Corona Auflagen sind die Fertighauswelten geöffnet und auch die Berater sind wieder in den Häusern. Wir sind unserer offenen naiven Art treu geblieben; wir sind einfach in die jeweiligen Musterhäuser hineinspazieren und haben unsere Situation geschildert. Schnell hat sich herausgestellt, mit welchen Anbietern wir über ein konkretes Angebot sprechen wollen und mit welchen nicht. Die meisten Anbieter wirken sehr seriös. Unser Ziel war es 3 Angebote zum Vergleich einzuholen. Diese müssen auch in 10 Tagen vorliegen. Wir vereinbarten Folgetermine mit Gussek Haus, WeberHaus und Schwabenhaus. So ein spontanes Erstgespräch dauert ungefähr 30 bis 60 Minuten.


Wenn Sie jetzt unterschreiben...

Ein paar abschreckende Beispiele gibt es trotzdem. Um niemanden zu beeinflussen, nennen wir die Namen hier nicht. Aber für uns wirkt es nicht vertrauensvoll, wenn wir mit einer

kostenfreien Photovoltaikanlage geködert werden, falls wir diese Woche noch unterschreiben. Ähnliches gab es mit Küchen oder Garagen. Ein Hersteller hätte uns sogar alle 3 Sachen als Sonderaktion geschenkt, wenn wir direkt gekauft hätten (Ohne zu besprechen was wir kaufen). Wir sind zwar schnell und entscheidungsfreudig (und haben keine Zeit!), aber sowas ist nicht die Basis, mit der wir arbeiten wollen.


Wie ein Folgegespräch abläuft

Die Hersteller haben basierend auf dem Erstgespräch die passende Stadtvilla (heißt natürlich bei jedem Hersteller etwas anders) herausgesucht und wir sprechen über Grundrisse, Austattungsniveau, Eigenleistungen, Fenster, Heizungen etc. Hier haben auch alle Hersteller entsprechende Vorarbeit geleistet. Insgesamt laufen die Gespräche zum Glück sehr ähnlich. Am Ende hat man einen sehr groben Grundriss mit den jeweiligen Ausstattungen. Ein solches Gespräch dauert zwischen 2 und 4 Stunden. Die Hersteller schicken das Ergebnis im Anschluss in die interne Kalkulation und ca. 3-4 Werktage später haben wir verbindliche Angebote erhalten.


Das Haus muss an dieser Stelle noch nicht komplett final geplant sein. Kleinere Änderungen können auch kostenneutral später umgesetzt werden. So ist es an dieser Stelle bspw. nicht wichtig, ob ein Fenster mehr links oder rechts im Raum ist. Will man jedoch ein zusätzliches Fenster, wird es natürlich teurer.


Gussek Haus ist von unserer Seite als erster Anbieter raus und es kam gar nicht zum verbindlichen Angebot nach dem 2. Gespräch. Diese Häuser sind sicherlich auch sehr gut, aber sie legen viel Wert auf eine verklinkerte Fassade, was so gar nicht unseren Geschmack trifft.


Massivhaus Mittelrhein

Als Kontrast zu den Fertighäusern gehen wir bewusst auch auf einen Massivhaushersteller zu. 3 Angebote waren eh unser Ziel. Massivhaus Mittelrhein konnte uns ebenfalls innerhalb von 48 Stunden ein Angebot erstellen.


Anders als bei den Fertighausanbietern

Das Gespräch war jedoch etwas anders als bei den Fertighausherstellern. Das Haus Domus XL entspricht unserer gewünschten Stadtvilla. Fehlende Extras wie zusätzliche Fenster, elektrische Jalousien, zusätzliches Büro- bzw. Gästezimmer, Photovoltaik Anlage wurden als Erweiterungen notiert, aber nicht direkt in Grundrissen eingeplant. Die Philosophie ist es hier, dass dies erst mit den Architekten*innen in der Entwurfsplanung geplant wird. Natürlich kann man prüfen, ob unsere Wünsche umsetzbar sind. Aber wir wollen ja unterm Strich nur Standardsachen.

Wir haben also nicht bzw. kaum über Grundrisse, sondern nur über Ausstattungen gesprochen. So wird auch das Angebot erstellt. Das Angebot verweist auf das Haus Domus XL und die entsprechende Bauleistungsbeschreibung, unsere gewünschten Extras werden zusätzlich aufgeführt. Anders als die Fertighaushersteller, aber auch gut!

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