• Michael Müller

Bodengutachten und Erdarbeiten

Sehr lange ist auf unserem Grundstück nichts passiert, doch nun geht es gefühlt Schlag auf Schlag. Ein Bodengutachten wurde erstellt, Massivhaus Mittelrhein hat die Ausschreibungsdokumente für die Tiefbauarbeiten erstellt, der Vermesser hat die Grob-

Der Mutterboden wird abgetragen
Erdarbeiten - Mutterboden abgetragen

absteckung des Hauses durchgeführt und die LKWs und der Bagger unseres Tiefbauers sind angerollt. Aus dem Grundstück wurde eine Baustelle. Ich finde es cool, von nun an von einer Baustelle, und nicht mehr von einem Grundstück sprechen zu können. 😊


Geotechnischer Bericht (a.k.a Bodengutachten)

Die Basis der Erd- und Tiefbauarbeiten ist der „Geotechnischer Bericht“, von mir nun Bodengutachten genannt. Dieser ist für Neubauten in Deutschland übrigens verpflichtend. Das Gutachten gibt Aufschluss über die Beschaffenheit des Bodens und ist am besten mit einer „Gründungsempfehlung“ versehen. Diese ist die Einschätzung der Experten, ob auf dem Boden überhaupt gebaut werden kann und welche Fundamente (Gründung) zu erstellen sind. Ich habe euch mal den relevanten Auszug aus unserem Gutachten herauskopiert.

„Auf die Herstellung einer Frostschürze kann verzichtet werden, wenn für die notwendige Geländeauffüllung frostbeständiges und frostsicheres Material, wie z.B. Natursteinschotter, Basaltlava oder lehmfreier Kies, abgestufte Körnung 0/45 eingebaut und verdichtet wird. Die Mindesteinbaustärke unterhalb der Bodenplatte hat in diesem Fall 0,60 m zu betragen“

Wann das Gutachten anfertigen?

Im Idealfall liegt ein Bodengutachten schon beim Grundstückskauf vor. Umgangssprachlich erfolgt der Grundstückskauf „gekauft, wie gesehen“. Wenn keine Informationen zur Bodenbeschaffenheit vorliegen, kauft man dieses Risiko vollständig mit. Sollte sich der Baugrund als "Nicht-Tragfähig" herausstellen, besitzt man im schlimmsten Fall ein Grundstück, welches nicht bebaut werden kann. Möchte man die Kosten der Erdarbeiten genau kalkulieren, so kann man dies eigentlich nur anhand der Erkenntnisse des Gutachtens und der Gründungsempfehlung geschehen.

Jetzt kommt auch gleich das Aber… Unser Grundstück hat ein Baufenster von 60m * 40m in Hanglage. Wir wussten im Vorfeld noch nicht, wo genau das Gebäude tatsächlich stehen wird. Weiterhin ist unser Grundstück eine Wiese mit bebauten Nebengrundstücken. Es gibt keine Anzeichen, dass auf dem Grundstück Altlasten durch vorherige Bebauung vorliegen, noch dass Bergwerke oder sonstiger Rohstoffabbau betrieben wurde. Wir sind daher das Risiko eingegangen und haben das Grundstück ohne Gutachten gekauft. Die Tiefbauarbeiten haben wir mit Vergleichswerten abgeschätzt. Deutlich zu niedrig, wie sich rausstellte.


Unser Gutachten

Ich hänge euch unser Bodengutachten an. Vielleicht interessiert es euch ja, wie so ein Gutachten aussieht. Unterm Strich ergeben sich für uns daraus die folgenden Erkenntnisse:

  • Der Boden ist tragfähig (Juhu :D)

  • Der Mutterboden muss abtragen werden, teilweise bis zu 45cm

  • Eine frostsichere Aufschüttung kann die Frostschürze ersetzen

  • Die Aufschüttung muss 0/45 Körnung betragen und mindesten 60cm hoch sein

  • Die Aufschüttung muss aus Frostsicherem Material wie Basaltlava bestehen



Unsere Erdarbeiten

Die Erkenntnisse des Bodengutachtens wurden in die Baupläne von Massivhaus Mittelrhein eingearbeitet. Zusätzlich hat uns Massivhaus Mittelrhein auch die Ausschreibung für die Tiefbauarbeiten erstellt. Dieser Service kostet allerdings etwas extra und ist Bestandteil des sogenannten "Freizeit Plus" Paketes von Massivhaus Mittelrhein. Da wir nun ein Ausschreibungsdokument haben, können wir dieses den jeweiligen Tiefbauern zu senden und somit mehrere vergleichbare Angebote einholen. Wir haben bei 6 Tiefbaufirmen

Erdarbeiten - Für den Hausbau wird aufgeschüttet
Erdarbeiten - Aufschüttung

angefragt und 3 Angebote erhalten. Da wir in der Nähe des Ahrtals bauen, sind dort aber noch immer viele Bauunternehmen mit den Folgen der Flutkatastrophe beschäftigt. Bei der Firma https://www.schneider-bagger.de/ hatten wir jedoch ein gutes Gefühl, einen sympathischen Kontakt und ein seriöses Angebot erhalten. Außerdem hat die Firma die Lizenz, im Auftrag der Gemeinde die Kanalanschlüsse durchzuführen. Dies erspart uns Abstimmungen mit weiteren Tiefbaufirmen. Ja, unser Grundstück muss auch noch erschlossen werden. In der Straße liegt zwar ein Kanal und Strom, aber das Grundstück selbst ist noch nicht angeschlossen.


Teurer als gehofft

Insgesamt belaufen sich unsere Tiefbaukosten bei ungefähr 55.000€ + Kosten für die

Grundstück mit Grobabsteckung

Versorger. Ursprünglich hatten wir mit 20.000€ + 10.000€ für die Versorger kalkuliert. Das ist mehr als doppelt so viel, wie kalkuliert und natürlich reißt dies ein Loch in unsere Kasse, aber an den Erdarbeiten kann man auch nicht sparen. Mit dem Bodengutachten, den fertigen Bauplänen und den berechneten Massen hätten wir die Summe im Vorfeld besser kalkulieren können. Aber das sind wiederum Elemente, die einem erst im Laufe des Projektes vorlagen. Unsere Finanzierung hatten wir jedoch vollständig vor der ersten Unterschrift in trockenen Tüchern haben wollen. Daher mussten wir den Punkt abgeschätzen; zu niedrig, wie sich rausstellte. Naja, so ist es halt, müssen wir mit leben. Kriegen wir auch hin. Ursache waren übrigens drei Kostentreiber, welche unsere Kosten hier in die Höhe schnellen ließen.

Sehr viel Fläche im Hang

1m unter Kanalanschluss

Wasserzisterne

Grobabsteckung

Damit der Tiefbauer mit den Arbeiten beginnen kann, muss er natürlich wissen, wo das Haus auf dem Grundstück gebaut werden soll. Hierfür haben wir in der Vergangenheit schon das komplett Paket beim Vermesser gebucht. Basierend auf den Bauplänen, hat der Vermesser alle Eckpunkte der Bauten abgesteckt. Also insgesamt 12 Punkte, jeweils 4 für das Haus, das Carport und die Garage. Zur Absteckung dienen Holzbalken, welche vom Vermesser an die jeweiligen Stellen gesetzt wurden. Einen Tag später haben wir uns mit

Man erkennt die Grobabsteckung und Linien
Erdarbeiten - Grobabsteckung

unserem Tiefbauer auf dem Grundstück getroffen und die Pläne von Massivhaus Mittelrhein durchgesprochen. Da wir die Zuwege, Baustraßen und Begradigungen für die Terrasse direkt mit vorbereiten lassen, hat der Tiefbauer die weiteren Punkte markiert. Auf dem Bild könnt ihr die weißen Linien sehen. Diese Linien sind nun die Verbindungen der jeweiligen Absteckungen und im Groben die Verortung der Baustraße und der Terrasse. Für uns wurden damit das erste Mal die Ausmaße des Hauses sichtbar. Besonders der Blick von oben mit der Drohne macht es für uns jetzt sehr gut vorstellbar.


Die Erdarbeiten beginnen

Nach dem der Tiefbauer weiß, wo er was abzutragen und aufzuschütten hat, ging es auch recht schnell. Samstags erhielten wir einen Anruf, dass der Bagger auf dem Grundstück steht und am darauffolgenden Montag haben die Erdarbeiten auch schon begonnen. Samstag darauf war schon wieder alles vorbei. Klingt jetzt unspektakulär, für uns ist das aber ein sehr großer Schritt. Wir können ab sofort wirklich von einer Baustelle sprechen. Wir fahren also nicht mehr zum Grundstück, sondern zur Baustelle. Cool, oder? 😊


Auf dem Video seht ihr den fast fertigen Stand der Erdarbeiten. Die Baustellenstraße ist fertig, die Aufschüttung für das Haus und die Nebenbauten sind fast vollständig und auch die Terrasse wurde vorbereitet. Der abgetragene Mutterboden wird übrigens auf dem Grundstück zwischengelagert. Die Entsorgung wäre mega teuer und die Erde kann später auf dem großen Grundstück sinnvoll verarbeitet werden.


Der Tiefbauer wird immer wieder zum Grundstück kommen. In den nächsten Wochen beginnt Massivhaus Mittelrhein mit dem Rohbau. Die Bodenplatte wird gegossen und dort die Hausanschlüsse eingesetzt. Diese müssen im Nachhinein an die Kanalisation angeschlossen werden. Hierfür muss der Tiefbauer später die Gräben ausheben und die eigentlichen Kanalarbeiten durchführen. Auch die Zisterne und die Rückstausicherung wird erst dann eingegraben und angeschlossen. Der Bagger wird also noch ein paarmal zu uns kommen.




Bodengutachten und Ausschreibungsdokument

03_Geotechnischer Bericht mit Anlagen_5173-2021_geschwärzt
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04_LV_Erdarbeiten_BV Müller & Budde_Nettersheim_2022_02_25_geschwärzt
.pdf
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