• Michael Müller

Und plötzlich steht da ein Haus

Stein auf Stein wurde unser Neubau als Massivhaus gemauert. Zuerst natürlich das Erdgeschoss, danach wurden die Deckenelemente via Kran draufgesetzt und betoniert... und im Anschluss wurde das OG gemauert. Die Baustelle verwandelt sich immer mehr in ein zukünftiges zu Hause. Alle Räume sind nun begehbar und die Pläne verwandeln sich in Realität. Das nächste Kapitel in unserem Baublog mit Massivhaus Mittelrhein





Stein auf Stein

Der Name Massivhaus Mittelrhein sagt es schon. Es wird konventionell in massiver Bauweise gebaut. Das Erdgeschoss wurde in grob einer Arbeitswoche von der Firma Gayer gemauert. Massivhaus Mittelrhein vergibt dieses Gewerk extern, aber im eigenen Auftrag. Sie bleiben uns gegenüber in der Haftung eines ordentlichen Kaufmannes. Das ist übrigens dieselbe Firma, wie auch bei der Bodenplatte.

Die 3 Steine
Die 3 Steine

Die Außenwände werden mit einem 42,5 cm dicken Porenbetonstein der Marke Xella YTONG in massiver Bauweise gemauert. Auf ein Wärmedämmverbundsystem kann somit verzichtet werden, was für die Umwelt natürlich gut ist. Auch die Innenwände werden in

gleicher Weise gemauert, nur mit dünneren Steinen. Die tragenden Innenwände sind 17,5cm Dick, die nicht tragenden Innenwände 11,5cm dünn. Ich habe euch die 3 verwendeten Steine nebeneinandergestellt, so könnt ihr euch ein besseres Bild machen.

Porenbeton gilt übrigens als ein nachhaltiges Baumaterial. Dies wird durch die hohe Langlebigkeit und Recycling Quote erreicht. Sollten später Mauern wieder eingerissen werden, so dürfen Porenbetonsteine zwar nicht als Bauschutt entsorgt werden, der Herstller Xella hat jedoch ein Recyclingprogramm. Auf Kosten der Firma können die Steine eingesendet werden. Nach Hersteller Angaben werden diese wieder dem Produktionszyklus hinzugefügt und so richtig recycelt. Dennoch wird die Nachhaltigkeit von YTONG besonders von Bauherren, welche auf Fertighausanbieter und somit auf Holz setzen, gerne hinterfragt. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Man sollte einfach wissen, was man will und welche Vor- und Nachteile die Varianten haben.

Die Anschlüsse, welche schon in der Bodenplatte sind, werden natürlich beim Bau entsprechend berücksichtigt. Auch werden die Haustüren und alle Fenster entsprechend ausgespart. Es entsteht ein reales Raumgefühl, man kann durch die einzelnen Räume gehen und sich genau vorstellen, wie der Ausblick aus welchem Fenster sein wird. Ich glaube das ist vom Gefühl her der größte Fortschritt, dem man in der Bauphase erzielen wird.

42,5cm Dick?

Mir wurde berichtet, dass Massivhaus Mittelrhein die Bauleistungsbeschreibung angepasst hat. Mit der neuen Hausserie sind nun die Außenwände nicht mehr 42,5cm dick, sondern 36cm. Ich denke das hat etwas mit dem Wegfall der KFW-Förderung und den generell erhöhten Baukosten zu tun. Ist aber nur meine Mutmaßung. Solltet ihr mit Massivhaus Mittelrhein bauen wollen, fragt doch einfach mal nach. Je Stein 8cm mehr Platz hat natürlich auch einen Vorteil: Mehr QM auf weniger Fläche.


Die Decke wird geliefert


Die Deckenelemente auf dem Kran-LKW
Die Deckenelemente auf dem Kran-LKW

Bis vor dem Bau hatte ich keine Vorstellung, wie so eine Decke angebracht wird. Aber eigentlich ist es ganz einfach. Die Decke wurde in mehreren Elementen im Werk vorbereitet und in Stücken geliefert. Ähnlich wie bei der Bodenplatte gibt es auch für die Decke eine Verschalung, in der die Elemente eingelassen werden und der Flüssigbeton verteilt wird. Hier ist dies aber eine dauerhafte Verschaltung aus einer Art Styropor. Dies hat mit der

Dämmeigenschaft bzw. nicht Dämmeigenschaft von Beton zu tun. Der Außenstein hat eine gute Dämmung. Eine Betondecke dämmt dafür quasi gar nicht. Um auf dieselben Dämmeigenschaften wie die der eigentlichen Steine zu kommen, wird für die Dicke der Decke mit der Styropor Verschalung ausgeholfen. Diese umschließt die Decke also dauerhaft.

Jedes Deckenelement besteht aus paar cm dicken Beton, in dem die Eisenbewehrung zum Teil schon eingelassen ist. Die Elemente werden per Kran auf das Erdgeschoss gesetzt und im Anschluss ähnlich wie die Bodenplatte mit Flüssigbeton in der Verschalung fertig betoniert. Auf den Bildern könnt ihr erkennen, dass für alle Leitungen und Rohre schon die entsprechenden Aussparungen vorbereitet sind. Später ist es einfach zu schwierig durch die massive Decke zu bohren, daher wurde dies bei der Produktion der jeweiligen Elemente bereits berücksichtigt. Das ist auch der Grund, warum wir im Vorfeld schon die Deckenspots einplanen mussten. Die jeweiligen Dosen sind in den Elementen montiert.

Schnappschuss bei der Deckenmontage
Schnappschuss bei der Deckenmontage

Bevor die Elemente betoniert werden können, muss auch der Elektriker ran, da er die Verkabelung vor dem Betonieren vorbereiten muss. Danach kommt er schlicht nicht mehr dran.

Bis die Decke richtig durchgetrocknet ist und sich selbst trägt, wird sie durch jede Menge Metallstützten abgestützt. Diese sind einfach hässlich 😊. Während man vorher freudig durch die Räume gegangen ist, stehen diese Stützen nun überall rum und lassen die Räume kalt, dreckig und ungemütlich wirken. Natürlich sind sie notwendig, aber hier kann doch nochmal die Euphorie auf der Baustelle etwas abhandenkommen. Alles wirkt nun so komisch bedrückend. Glaubt mir, es ist ein schönes Gefühl, wenn die Dinger endlich wieder raus sind.


Betontreppe

Da wir in unserem Haus eine Betontreppe haben, wurde in diesem Schritt auch die Treppe mit gegossen. Die Treppenstufen wurden mit Holz ausgeschalt und einfach mit Beton ausgefüllt. So simpel kann eine vor Ort gegossene Betontreppe entstehen. Später kommt natürlich noch ein Bodenbelag auf die Treppe, aber das ist noch nicht für den Rohbau.


Obergeschoss

Eigentlich hätte es nach einem Tag Pause direkt weiter gehen können, doch wir mussten auf weitere Steine warten und auch bei der Firma Gayer hat COVID leider zugeschlagen. Hier hatten wir nun grob 3 Wochen Baupause. Dafür ging es ab dann aber wieder schnell weiter.

DAS OG ist fertig gemauert
DAS OG ist fertig gemauert

Im selben Stil wie das EG wird auch das OG gemauert. Wieder die gleichen Steine, wieder Stein auf Stein. Hier kommt die nächste kleine Besonderheit. Wir haben uns für das Bad Nischen einplanen lassen, um an der Badewanne oder Dusche Shampoo oder ähnliches abzustellen. Diese Nischen wurden nun direkt in die Steine eingelassen. Ansonsten wurde auch hier innerhalb einer Woche das OG fertiggemauert und das Haus ist bereit für den Dachstuhl.


„Baustellen Blues“

Zuerst kann man festhalten, dass alle Räume im Rohbau klein wirken, besonders wenn noch die Deckenstützten mit im Raum stehen. Hier macht sich ein leichter „Baustellen Blues“ bemerkbar. Es kommen Zweifel auf, ob man richtig geplant hat… „Hier soll das Sofa hin?“, „Der Esstisch passt niemals“, oder „die Terassentür sieht voll klein aus“. Sobald die Stützen raus sind und dazu auch noch die Sonne scheint, wirkt die Baustelle direkt wieder ganz anders. Man kann die Räume viel besser spüren und erleben. Es ist faszinierend, wie sich von Phase zu Phase das Empfinden auf der Baustelle verändert. Um dem

Wichtige, aber hässliche Stützen :D

entgegenzuwirken, haben wir die großen Elemente wie Küche, Sofa und Esstisch einfach mal mit Kreppband auf dem Boden abgeklebt. Passt alles, auch wenn es manchmal doch so klein wirkt. Das ist aber einfach nur Einbildung. Diese Erfahrung machen übrigens sehr viele Bauherren & Baufrauen. Regelmäßiges hinfahren, visuelle Unterstützung (Abkleben oder Beispiel Möbel hinstellen) helfen dabei, dass solche Größenzweifel gar nicht erst dauerhaft aufkommen.


Roomtour

Tja, wie sieht das ganz nun am Ende aus? Falls es euch interessiert, habe ich euch hier eine kleine Roomtour vom OG hochgeladen.





Fazit

Während ich den Artikel schreibe, wird unser Dach gerichtet. Diesmal bin ich allerdings von COVID betroffen, weswegen es kein Richtfest geben wird. Dafür wird der nächste Artikel diesmal deutlich früher erscheinen *fingers crossed*.


Wie immer gilt, sollte euch gefallen, was ihr lest, so hinterlasst mir doch gerne ein Like oder ein Kommentar. Feedback zu erhalten ist immer sehr schön. Ich freue mich auch immer über die vielen persönlichen Nachrichten im Chat. Dieses Medium scheint ihr ja eh lieber zu mögen, als öffentlich zu kommentieren :D Für weitere Schnappschüsse und ein paar mehr nicht vollständig ausformulierte Gedanken findet ihr uns auch auf Instagram.

Bis dahin wünsche ich euch einen schönen sonnigen Herbst 😊



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