• Michael Müller

Bauantrag - Der nächste Schritt ins Eigenheim

Unser Neubau mit Massivhaus Mittelrhein nimmt weitere Formen an. Der nächste Schritt auf dem Weg in Eigenheim ist vollbracht und wir können uns unseren noch abstrakten Neubau nun immer besser vorstellen.




Die Entwurfsplanung passierte vor grob 6 Wochen. Die Grundrisse stehen und die allgemeinen Hausplanungen sind somit abgeschlossen. Die Entwurfsplanung wird nun als Basis für den Bauantrag eingearbeitet. Es entstehen keine TODOs bei uns, sondern nur beim Architektenteam von unserem Hausanbieter Massivhaus Mittelrhein. Wir selbst waren also mal wieder in der Warteposition. Kennen wir ja mittlerweile :)


Lageplan für den Bauantrag - Haus und unser Flurstück

Der Bauantrag

Der Bauantrag selbst muss in 3facher Ausführung bei der zuständigen Baubehörde eingereicht werden. Natürlich darf dies auch nur eine "vorlagenberechtige Person", also in der Regel Architekten oder Bauingenieure. Das ist auch der Grund warum die TODOs nicht bei uns lagen.


Da der elektronische Bauantrag (Ja, die Seite spricht auch im Jahr 2022 noch immer von Funktionen, die 2020 zur Verfügung gestellt werden :D ) trotz aller Ankündigungen noch nicht umgesetzt ist, ist dies ein totaler Papierkrieg. Um dies einfach mal zu verdeutlichen:


Massivhaus Mittelrhein schickt uns den Bauantrag
Wir unterschreiben den Bauantrag und senden diesen zurück an Massivhaus Mittelrhein
Massivhaus Mittelrhein überprüft, ob wir jede Seite unterschrieben haben
Der vorlagenberechtigte Architekt von Massivhaus Mittelrhein unterschreibt
Der Bauantrag wird in 3facher Ausführung an das Bauamt gesendet

Der Bauantrag wird also mindestens 3x per Post versendet und 4-mal kopiert. In 3facher Ausführung gehen die Dokumente zur Baubehörde, ein Exemplar bleibt

Bauantrag mit Unterschriftsmarkierungen
Bauantrag: Die Post-ITs zeigen die Unterschriften Felder

bei Massivhaus Mittelrhein und wir erhalten natürlich auch eine gedruckte Ausgabe. Wenn man bedenkt, dass auch unterschriebene Dokumente des von uns beauftragten Vermessers enthalten sind, gibt es auch noch den Postweg 4 und 5. Das ist schon etwas irrsinnig. Digitalisierung in 2022 lässt grüßen. Aber nun ja, so ist der Prozess. Und gerade mit dem Bauamt will man es sich sicher auch nicht verscherzen. So, Deal with it an play the game. Das Bild zeigt übrigens ganz gut wie viele Seiten der Antrag hat. Jedes Post-It ist dabei ein Unterschriftenfeld.


Was beinhaltet der Bauantrag?

Im Endeffekt beschreibt der Bauantrag das gesamte Vorhaben, so dass ein außenstehender Prüfer im Bauamt das Vorhaben vollständig versteht, beurteilen und im besten Fall genehmigen kann. So beinhaltet der Bauantrag die bei der Entwurfsplanung erstellen Pläne, welche nun um technische Werte und Zeichnungen erweitert werden. Hinzukommen Nachweise und natürlich die Vollmachten, die erlauben, dass jemand in unserem Namen arbeitet.


In unserem Fall gibt es keinen gültigen Bebauungsplan, wir bauen nach Nachbarschaftsbebauung. Da wir keinen Nachbarn haben, orientieren wir uns an der Straße. Und dort stehen vom Bungalow bis zur 3-stöckigen Riesenvilla alles. Weiterhin haben wir beim Grundstückskauf eine positive Bauvoranfrage für ein 2-stöckiges Einfamilienhaus erhalten. Also eine für die nächsten 3 Jahre verbindliche Bestätigung, dass dieses Grundstück trotz fehlendem Bebauungsplan bebaut werden darf. Natürlich haben wir die Voranfrage als auch den Verweis auf diese mit gesendet.


Nicht direkt Bestandteil des eigentlichen Bauantrages, aber auch im selben Atemzug beantragen wir "Herstellung eines Grundstücksanschluss an die gemeindliche Abwasseranlage". Mit anderen Worten: Wir beantragen, dass unser Grundstück an die Kanalisation angeschlossen werden darf.


Bauantrag gesendet, wie geht es weiter?

Die Dokumente liegen beim Bauamt vor. Dies wurde auch innerhalb weniger Tage am 21.12.21 bestätigt. Überraschenderweise hat das Bauamt Euskirchen auch eine Onlinepräsenz. (Naa, wer meckerte noch über die Digitalisierung?) Hier kann man sich über den Verfahrensstand, die Ansprechpartner und die Fristen informieren. Mit der Eingangsbestätigung des Bauantrags haben wir unsere Zugangsdaten erhalten. Sicherheitshalber sendet das Bauamt aber trotzdem alles per Post. Die Onlinepräsenz dient nur zur weiteren Information.


Anforderung weiterer Dokumente

Leider erhielten wir zwischen Weihnachten und Neujahr einen weiteren Brief. Es passiert das, was man eigentlich unbedingt verhindern möchte. Das Bauamt fordert weitere Dokumente an und möchte an manchen Stellen ein mehr Detailinformationen eingezeichnet haben. Der Bauantrag ist daher nicht vollständig und wird bis zur Korrektur

Bauantrag - Fehlender Dokumente
Anforderung weitere Dokumente

nicht weiter bearbeitet. Tatsächlich können wir das Bauamt auch verstehen. Unser Grundstück hat ein leichtes Gefälle. Durch den Lageplan des Vermessers wissen wir auch, an welchen Stellen wie viel aufgeschüttet werden muss. Am letzten Stück der Terrasse werden wir knapp über einen Meter aufschütten, um eine durchgehend gerade Fläche zu haben. Ab einem Meter Aufschüttung in der Höhe wird eine "Abstandfläche ausgelöst". Diese war in der ersten Version des Bauantrags nicht eingezeichnet und wird nachgefordert.


Korrektur des Bauantrages

Das ist einfach nur mega ärgerlich. Die Architektin ist im wohl verdienten Weihnachtsurlaub, so dass nun erstmal nichts passiert. Wir verlieren wieder Zeit und jeder Bauherr und jede Bauherrin weiß, dass Zeit Geld ist. (Ja, klingt abgedroschen, ist aber so!). Eigentlich sind dies auch Sachen, die das Architektenteam meiner Meinung nach von Beginn an hätte berücksichtigen müssen. Auf der anderen Seite können Fehler überall passieren. Wichtig ist halt nur, wie man mit den Fehlern umgeht. Und das funktionierte nach dem Weihnachtsurlaub wieder sehr gut. Insgesamt haben wir für die Korrektur eine Frist von 2 Monaten. Google hatte uns auch schon verraten, was die Punkte bedeuten. Alles nichts Gravierendes. Dennoch möchte ich auf 2 Punkte besonders eingehen, der Rest ist Kleinkram.


Die Abstandflächen

Wir waren tatsächlich nicht sicher, ob unser gesamtes Vorhaben um 3m verschoben werden muss, damit wir die Abstandfläche ermöglichen können. Wäre ja nicht schlimm. Wir haben ja mehr als genug Platz. Das Bauland alleine ist ja 2.500qm groß! Dies war auch der Grund, warum die Architektin die Flächen nicht explizit eingezeichnet hat und mit uns auch noch nicht besprochen wurde. Naja, so holten wir es schnell nach.

Die Aufschüttung inklusive Böschungsfuß wurde eingezeichnet und das Haus kann wie geplant stehen bleiben. Hinter der Garage werden wir die Aufschüttung durch eine Stützmauer abstützen, an allen anderen Seiten erstellen wir einen Böschungshang. Die Abstandsflächen können nun auch eingezeichnet und natürlich auch eingehalten werden. Kein großes Problem. Jedoch graut es mir etwas vor den Kosten für den Tiefbauer, aber das ist ein Zukunftsproblem.


Eingriffsbilanzierung für Bauvorhaben im Außenbereich

Da wir im Außenbereich direkt am Naturschutzgebiet bauen, müssen wir bewerten, wieviel Fläche durch unseren Bau versiegelt wird. Hierfür müssen wir einen natürlichen Ausgleich schaffen. Eigentlich ist das ganz einfach. Man gibt an wie viel qm durch das Vorhaben vollständig oder teilweise versiegelt werden. Diese Fläche wird mit einem Faktor bewertet und es entsteht eine Zahl. Diese Zahl müssen wir nun positiven Eingriffen ausgleichen. Wir haben 187qm vollständig versiegelte sowie 194qm teil versiegelte Fläche. Nach Berechnung mit dem Faktor 3 bzw. 2 entsteht der Wert 949. Diesen Wert gilt es also auszugleichen. Wir haben uns hier für 4 Obstbäume entschieden, welche wir auf unserem Grundstück neu pflanzen müssen.

Bauantrag - Ausgleichbilanzierung

Da die Bäume auch vom Vermesser im Lageplan eingezeichnet werden müssen. haben wir uns noch die Zeit genommen und mit der Naturschutzbehörde Rücksprache zu halten. Wenn die Naturschutzbehörde es so genau nimmt, wollen wir sicherstellen, dass wir die Bäume richtig positionieren. Nicht das wir später wieder Zeit verlieren und korrigieren müssen, da die Bäume nicht richtig positioniert wurden. Diese Rückfragen konnten leider erst nach 2 Wochen beantwortet werden. Aber nun ist auch die Naturschutzbehörde informiert, kennt den Fall und die eigentliche Prüfung sollte hoffnungsvoll auch schnell erfolgen.


Die Korrekturen sind fertig

Wir haben nun den 20.01.22 und heute die angepassten Unterlagen erhalten. Die Architektin

und der Vermesser haben alles eingetragen und eingezeichnet. Natürlich muss alles wieder

im Original, unterschrieben und in mehrfacher Ausführung beim Bauamt eingereicht werden. Im Bild sieht ihr wieder, dass sich ein kleiner Stapel gebildet hat. Die Post Its markieren erneut unsere Unterschriftsfelder.

Wir hoffen, dass nun alles vollständig ist und wir in den nächsten Wochen die Baugenehmigung erhalten. Insgesamt sind wir hier nun auch mit Massivhaus Mittelrhein wieder zufrieden. Nach dem der Weihnachtsurlaub vorbei war, konnten wir innerhalb von 2,5 Woche alles klären und sogar mit der Naturschutzbehörde besprechen. Hier ging auch die meiste Zeit drauf. Natürlich wäre es aber schöner gewesen, wenn wir den Antrag erst gar nicht hätten korrigieren müssen.


Wie geh es weiter?

Morgen wird von unserer Seite alles unterschrieben und per Post zurückgesendet. Wir gehen davon aus, dass in der nächsten Woche die Dokumente beim Bauamt ankommen. Der Antrag wird erneut auf Vollständigkeit geprüft und die weiteren Prüfungen beginnen. Wie lange das Bauamt nun braucht, kann man leider nie sagen. Die Erfahrungswerte sagen wohl irgendwas zwischen 4 Wochen und 3 Monaten. Leider gibt es hier in NRW keine genaue Vorgabe. In Bayern gilt bspw. die Regel, dass Bauanträge nach 3 Monaten automatisch als genehmigt gelten.

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