• Michael Müller

Neubau mit Massivhaus Mittelrhein: Ausstattung und bisherige Erfahrung

Der Bauantrag für unseren Neubau ist gestellt und wir warten auf die Baugenehmigung für unseren Hausbau mit Massivhaus Mittelrhein. So machen wir uns nun Gedanken um die Haustechnik in unserem zukünftigen Eigenheim. In diesem Blog Artikel beschreiben wir Heizung, Lüftung, Außenwände, Sanitär- und Elektroausstattung von Massivhaus Mittelrhein.


Stein auf Stein

Der Name Massivhaus Mittelrhein sagt es schon. Es wird konventionell in massiver Bauweise gebaut. Wenn man zu den erst Beratungen zur irgendeinem Massivhaus Hersteller geht, ist es schon witzig, wie sehr der Stein präsentiert wird.

Stein auf Stein

Jeder ist natürlich sehr besonders und deutlich besser als der Stein der Konkurrenz 😊 Naja, uns war es zugebenermaßen egal wie der KFW 55 Standard erreicht wird. Bei Massivhaus Mittelrhein werden die Außenwände jedenfalls mit einem 42,5 cm dicken Porenbetonstein in massiver Bauweise Stein auf Stein gemauert. Auf ein Wärmeverbundsystem kann somit verzichtet werden. Auch die Innenwände werden aus Porenbetonstein gemauert. Die tragenden Innenwände 17,5cm, die nicht tragenden Innenwände 11,5cm dick.


Bodenplatte

Nach Bauleistungsbeschreibung "Die Bodenplatte hat eine Standarddicke von 25cm, mit einer konventionellen Bewehrung bis 16 kg pro Quadratmeter, basierend auf den Voraussetzungen einer Mindestbodenpressung von 200 kN/m² und einer Bettungsziffer von ks ≥ 20 MN/m³". Sagt euch nichts? Mir auch nicht :D Jedenfalls wichtig, dass der Bau ab Bodenplatte bei Massivhaus Mittelrhein beginnt. Erdarbeiten sind nicht Bestandteil des Angebots. Das ist aber auch bei den meisten anderen Herstellern so.


Heizung & Lüftung

Februar 2022, die Strompreise steigen absurd. Die Gasreserven sind erschöpft und die Gaspreise steigen ähnlich stark. Die Abhängigkeit von Deutschland zu Russland ist nicht zu übersehen, was gerade im jetzigen Ukraine Konflikt deutlich zu spüren ist. Nein, ich werde jetzt nicht politisch. Aber genau diese Abhängigkeit wird weiterhin bestehen bleiben, wenn man sich für eine Gasheizung entscheidet. Gas kam daher für uns nicht infrage. Uns war daher schnell klar, dass wir auf eine Wärmepumpe setzen wollen. Nachhaltig, unabhängig, effizient. Massivhaus Mittelrhein setzt her auf Produkte der Marke Vaillant.


Heizung

Bei Massivhaus Mittelrhein wird im Standard eine Erdwärmepumpe (a.k.a Sole-Wasser-Wärmepumpe) verbaut. Das ist einer der großen Pluspunkte von Massivhaus Mittelrhein. Eine Erdwärmepumpe gilt als besonders effiziente und nachhaltige Heizung. Erdwärmepumpen ziehen die Wärme aus dem Erdreich und verteilen diese über eine Fußbodenheizung im Haus. Die Effizienz von Wärmepumpen werden mit der

Vaillant Erdwärmepumpe

Jahresarbeitszahl (JAZ) angegeben. Erdwärmepumpen kommen in einem gut gedämmten Haus auf eine JAZ zwischen 4,5 und 5. Bei einer JAZ von 5 werden 80% der Leistung aus dem Erdreichgewonnen werden und nur 20% müssen durch Strom zugeführt werden. Anders formuliert: 5KW Heizenergie benötigen 1KW Strom und 4KW kommen aus der Erde. Besser geht es kaum. Erdwärmepumpen sind daher mit die effizientesten Wärmepumpen auf dem Markt. Nur Wasser-Wasser Wärmepumpen sind noch effizienter, jedoch bringen diese auch noch höhere Hürden mit.


Damit die Erdwärmepumpe funktioniert, müssen mittels Tiefenbohrung (bis 96 Meter tief!) Sondenkollektoren im Erdreich angebracht werden. Hier kommt der nächste Pluspunkt von Massivhaus Mittelrhein. Die Tiefenbohrung ist im Preis enthalten, so dass das Kostenrisiko der Bohrung nicht bei uns liegt. Massivhaus Mittelrhein bewirbt hier klar ihre Expertise und positioniert sich hier klar als Wissensträger und starker Partner von Vaillant. Ein weiterer Vorteil vom Erdwärmepumpen ist, dass sie sehr leise sind und kein sichtbares Außengerät benötigen.

Versteckte Kosten bei der Bohrung

Natural Cooling

Hier sind wir besonders gespannt. Nach Herstellerangaben kann die Fußbodenheizung dank Erdwärmepumpe in den Sommermonaten die Räume auch auf eine sehr effiziente Art abkühlen. 2-3°C liegen angeblich im Bereich des möglichen. Noch sind wir allerdings skeptisch. Kälte steigt im Gegensatz zur Wärme nicht nach oben auf. Wir werden sehen, ob man hier mehr als nur (Eis) kalte Füße kriegt. Aber es ist dennoch ein sehr interessantes Feature und könnte eine Klimaanlage unnötig machen.


Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Viel diskutiert und es gibt unterschiedliche Meinung zu einer Lüftung. Wir wollten unbedingt eine haben. Bei Massivhaus Mittelrhein ist diese ebenfalls im Standard enthalten. Gut gedämmte Häuser müssen regelmäßig gelüftet werden. Ohne Lüftungsanlage bedeutet dies schlicht „Fenster auf“. Sollte man irgendwann Schimmelprobleme kriegen, muss man

Zentrale Lüftungsanlage im Haustechnikraum

nachweisen, dass man regelmäßig gelüftet hat. Durch die zentrale Lüftung wird das Haus regelmäßig mit Frischluft versorgt und Pollen etc. direkt herausgefiltert. Besonders gefällt mir die Idee, dass man den Luftaustausch nachts machen kann, so dass man sich im Sommer die heruntergekühlte Luft der Nacht ins Haus holt und die warme Luft tagsüber draußen lässt. Theoretisch muss man keine Fenster mehr öffnen. Naja, wir als Hundehaushalt werden die Balkontür vermutlich eh offen lassen. Diese Anlage erfüllt übrigens alle Kriterien von KFW 40+.


Elektroausstattung

Bei der Die Elektroausstattung wird mit Busch Jäger auf einem namenhaften Hersteller zurückgegriffen. Jedoch merkt man, dass die Zeit bei Massivhaus Mittelrhein etwas stehen geblieben ist. Oder einfach unsere Ansprüche an modernen Wohnen etwas anders sind. Elektrische Jalousien im Standard? Fehlanzeige. Busssystem / KNX? Nope. Es wird im Standard nicht mal ein Netzwerkkabel im Haus verlegt. Hier hatten bisher alle anderen

Hausanbieter, mit denen wir gesprochen haben, deutlich mehr Elektroleistung im Standard. Unterm Strich ist das nicht weiter schlimm. Man muss sich nur den entsprechenden Mehrkosten bewusst sein, besonders wenn man etwas Technik affiner ist.

Man kann der Bauleistungsbeschreibung jedoch entnehmen, dass sie versuchen sich zu bessern. So sind bei unserem Haus inklusive aller Küchen- und Technikanschlüsse ca. 50 Steckdosen verplant im Standard enthalten. Verhältnismäßig neu ist die Formulierung, dass man 10 weitere Steckdosen zusätzlich frei verteilen kann. So kommt man auf ca. 60 Steckdosen. Dies ist zwar nicht so schlecht, die allgemeinen Empfehlungen sprechen aber von 70 bis 80 Steckdosen bei unserer Wohnfläche.


Schon fast witzig zu lesen ist, dass das „Free @Home Basispaket" bzw. der Busch Jäger Free@Home Access Point mittlerweile im Standard enthalten ist. Die ist der Busch Jäger Einstieg in das Thema „Smart Home“. Seien wir mal ehrlich. Hier will man das Buzzword

„Smart Home“ in der Bauleistungsbeschreibung stehen haben. Wirklich sinnvoll liest sich das aber nicht. Was soll man denn bei dieser Elektrobasisausstattung „smart“ machen? Ohne elektrische Jalousien, ohne Bussystem, ohne smarte Lichtschalter und Steckdosen… Nice Try. Hier darf man sich nicht blenden lassen. Die Elektroausstattung muss gründlich aufgewertet werden und entspricht meines Erachtens nicht mehr den aktuellen Zeitgeist.

Sanitär Ausstattung

Beide Bäder sind mit Villeroy & Boch ausgestattet. Es gibt auch keine besondere Überraschung. Gerade im Bad ist es schwer es jedem recht zu machen. Daher denke ich, dass Massivhaus Mittelrhein hier eine gute Basis und einem gehobenen Standard liefert. Aufbemusterungen im Bad sind vollkommen normal.


Master Bad

Das Haupt Bad ist mit Dusche, Badewanne und Toilette sowie einem Heizkörper als Handtuchhalter ausgestattet. Die Dusche und Badewanne sind mit 1m x 1,2m bzw. 80cm x 1.8m verhältnismäßig groß. Jedoch auch mit Duschtasse und Duschkabine. Das Waschbecken ist mit 65cm wohl etwas klein geraten.


Gäste Bad

Hier fehlt die Dusche, welche heutzutage auch im Gäste Bad empfohlen wird. Das Waschbecken ist hier mit 45cm auch wiederum klein. Aber es ist ja auch nur das Zweit-Bad. Ich kann verstehen, dass man hier mit weniger Ausstattung startet, denn dies wird sicherlich von Person zu Person sehr unterschiedlich eingerichtet.


Unser persönliches Fazit

Wir sind zufrieden mit der Ausstattung. Besonders die massive Bauweise, das Heizungssystem in Kombination mit der Lüftung überzeugen total. Dies sind ja auch Punkte welche im Vorfeld festsehen müssen, da sie schon im Bauantrag definiert werden. Von daher absolut richtig priorisiert. Vom Gefühl her wird dies dafür mit Einsparungen bei der Elektroausstattung gegenfinanziert. Passt soweit auch. Eine gut geplante Heizung mit Lüftungskonzept und direkt im Estrich verlegten Lüftungsrohren sind uns deutlich mehr Wert. Die Mängel der Elektroausstattung kann man im persönlichen Gespräch mit dem Elektriker klären und unkompliziert nachjustieren.

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